Feuerwehr Schnürpflingen

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Finanzen

>>> SÜDWEST PRESSE - Ausgabe Ulm <<<
30.06.2005

FINANZEN / Weihungstalgemeinden planen intensivere Zusammenarbeit, um Geld zu sparen
Potenzial bei Feuerwehr und Bauhof

Die Gemeinden des Verwaltungsverbands Kirchberg-Weihungstal rücken
zusammen. Bei einem ersten Treffen ging es um die Kooperation der Feuerwehren.
FRANZ GLOGGER

ILLERKIRCHBERG

Gemeinden müssen sparen. Deshalb gibt es Überlegungen, auf welche Weise das
erreicht wird. Eine Möglichkeit sind Kooperationen in bestimmten Bereichen. Zum Beispiel bei der Feuerwehr. Das war Thema eines Treffens von Bürgermeistern und Feuerwehrkommandanten der Gemeinden Hüttisheim, Illerkirchberg, Schnürpflingen und Staig, die seit 1972 im Verwaltungsverband Kirchberg-Weihungstal zusammengeschlossen sind. Mit von der Partie war der Verbands-Geschäftsführer Hans Ibele und Kreisbrandmeister Reinhold Wittmaack.
"Wir haben uns unter anderem überlegt, ob alle Feuerwehren jede Technik vorhalten müssen", erläuterte Staigs Bürgermeister Martin Jung auf Anfrage. Aber angesichts der gesetzlich festgelegten Ausrückzeiten, also die Zeit, die die Feuerwehr braucht, um zum Unglücksort zu kommen, sei der Spielraum gering. Den Gemeinden bleibe gar nichts anderes übrig, als in jedem Ort ein Löschfahrzeug zu stationieren.
"Am besten funktioniert Brandbekämpfung, wenn man schnell am Einsatzort ist", sagte Illerkirchbergs Gesamtkommandant Dietmar Johne. Für ihn ist die Diskussion "ein bisschen wie alter Wein in neuen Schläuchen". Die Wehren würden schon immer die Einsatzpläne aufeinander abstimmen und nicht jede Abteilung habe jedes Gerät. Als Beispiel nannte Johne die Rettungsscheren, die es nur in Staig und Unterkirchberg gebe. "Es ist aber legitim, gelegentlich nachzuschauen, ob es noch Potenzial gibt, zu sparen", räumte er ein. Das sieht Johne vor allem im Bereich der Wartung, wie der aufwändigen Instandhaltung der Atemschutzgeräte. Auch eine gemeinsame Großwaschmaschine für Feuerwehrkleidung sei denkbar. Zurzeit wird die Kleidung bei der Ulmer Feuerwehr gewaschen, die dies natürlich in Rechnung stellt.
Am meisten versprechen sich die Beteiligten von neuen Alarmplänen tagsüber. Denn durch auswärts beschäftigte Feuerwehrleute könne es sein, dass die Personaldecke sehr dünn wird, bestätigte Schnürpflingens Kommandant Reinhold Dangel. Die Schnürpflinger Wehr ist deshalb mit den Dietenheimer Kollegen eine Kooperation eingegangen. Denn der Vorteil in Dietenheim ist, dass etliche Feuerwehrmänner in unmittelbarer Nähe zum Spritzenhaus arbeiten. Die Kommandanten wurden beauftragt, sich zusammenzusetzen. Mitte September sollen sie berichten.
Das wird auch von den Bauhöfen erwartet. Diese sollen künftig über die Gemeindegrenzen hinweg Maschinen und Personal austauschen. Der Einsatz soll dann so verrechnet werden wie bei einer Vergabe an eine Fremdfirma, sagte Jung. Staigs Bürgermeister stellt das System Bauhof nicht in Frage. In den meisten Fällen arbeite ein Bauhof günstiger als Fremdfirmen.
Die ganz großen Einsparungen erwartete sowieso niemand in der Diskussionsrunde. "Es geht vor allem darum, Schwachstellen zu erkennen, und das System zu verbessern", sagte Jung.




Veröffentlicht am
22:07:16 30.06.2005